Gewerbegebietsfläche im Vergleich mit Bretten und Vaihingen/Enz

Der Vergleich mit Bretten und Vaihingen/Enz

Gerne wird bei der Argumentation für neue Gewerbeflächen der Vergleich mit unseren ähnlich großen Nachbarstädten Bretten und Vaihingen/Enz herangezogen und dargestellt, dass dort ja in den letzten Jahren deutlich größere Gewerbegebiete ausgewiesen wurden als in Mühlacker.

Wenn man jedoch die Zahlen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (www.statistik.baden-wuerttemberg.de) ansieht, ergibt sich ein anderes Bild:

Mühlacker hat eine deutlich kleinere Gesamtfläche als Bretten und Vaihingen. Der prozentuale Anteil an Wohn-, Gewerbe- und Industriefläche an der Gesamtfläche der Stadt ist in Mühlacker bereits heute größer als in Bretten und Vaihingen!

Hier sind die Zahlen von 2015:

Mühlacker Bretten Vaihingen
Gesamt-Fläche in ha

5.432

7.111

7.342

Davon in %:
Wohnen

6,6

6,1

5,3

Gewerbe und Industrie

2,4

2,1

1,9

Verkehrsfläche

7,3

7,1

7,6

Landwirtschaft

48,0

50,5

57,1

Wald

29,3

30,2

22,4

Wenn man jetzt noch die Anzahl der Einwohner in die Betrachtung nimmt, sieht man, dass Mühlacker heute schon die meiste Gewerbe-/Industriefläche pro Einwohner hat:

Mühlacker Bretten Vaihingen
Einwohner

25.649

28.826

28.695

Gewerbe-/Industriefläche ha

131

147

138

Gewerbe-/Industriefläche in qm je Einwohner

51,1

51,0

48,1

Und dann sehen wir uns noch die Gewerbesteuereinnahmen an. Diese scheinen in keinem Verhältnis zur Gewerbe-/Industriefläche zu stehen. In Bretten sind sie mehr als doppelt so hoch wie in Mühlacker, in Vaihingen (trotz absolut größerer Gewerbe-/Industriefläche als Mühlacker) niedriger!

Mühlacker Bretten Vaihingen
Gewerbesteuer 2014 in €

8.381.814

17.676.639

7.484.914

Gewerbesteuer je ha Gewerbe-/ Industriefläche

63.983

120.249

54.238

Ein Gedanke zu „Gewerbegebietsfläche im Vergleich mit Bretten und Vaihingen/Enz“

  1. Mittlerweile ist doch allgemein bekannt, dass es nicht auf die Größe ankommt ;-).

    Oft werden die Zusammenhänge leider sehr vereinfacht dargestellt, damit die Zahlen im Sinne der jeweils eigenen Interessen sprechen.

    Wie man an diesem Fall sieht, ist die Wahrheit einerseits komplexer. Andererseits braucht man kein Mathemetikprofessor zu sein, um die Zahlen in den oben stehenden Tabellen mit ihren (vorhandenen oder nicht vorhandenen) Wechselwirkungen zu verstehen. Und eigene Schlüsse daraus zu ziehen.

    Das gute Gefühl danach, für die eigene Meinung oder Entscheidung sein eigenes Gehirn benutzt zu haben, ist unbezahlbar. Wir sind doch mündige Bürger – so sollten wir uns auch verhalten. Hinter die Fassade von vermeintlich eindeutigen Zahlen zu blicken gehört meiner Meinung nach definitiv dazu.

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