Ausbildungsplätze JA – neue Gewerbegebiete NEIN

Dieser Tage erhielten wohl die meisten Haushalte der Stadt die neueste Ausgabe des Stadtwerke-Kundenmagazins. Diesem beigelegt war der Flyer des GHV, in welchem verschiedene RepräsentantInnen der Senderstädter Wirtschaft, Gesellschaft und Kommunalpolitik erklären, warum sie für die zusätzliche Gewerbegebiete sind.

So u.a. auch der Leiter einer örtlichen Berufsschule:

„Junge Menschen brauchen Ausbildungsplätze vor Ort, ein „Nein“ zu weiteren Gewerbeflächen wäre das falsche Signal für den Schul- und Ausbildungsstandort Mühlacker.“

Dieser Zusammenhang erschließt sich mir nicht.

Ist es tatsächlich so, dass umso mehr junge Menschen eine Berufsausbildung beginnen werden, je mehr Gewerbefläche zur Verfügung gestellt wird?

Oder ist es nicht vielmehr so, …

dass zum Beginn des Ausbildungsjahres 2016/2017 bundesweit mehrere Tausend Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben sind, weil es keine geeigneten oder willigen junge Menschen gab. Auch in der Region gab es mit Stand 07/2016 „…mehr freie Lehrstellen als Bewerber…“ (MT v. 29.7.2016)?

dass im Bereich der Kreishandwerkerschaft Pforzheim-Enzkreis bei der Winterprüfung 2015/2016 sowie der Sommerprüfung 2016 im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Prüflinge um 11 Prozent von 404 auf 359 abgenommen hat (MT v. 24.10.2016)?

dass laut einer Prognose der Landesregierung aus dem Jahr 2015 die Zahl der unter 20-Jährigen im Enzkreis in den nächsten zwanzig Jahren um zehn bis fünfzehn Prozent kontinuierlich sinken soll?

 

2 Gedanken zu „Ausbildungsplätze JA – neue Gewerbegebiete NEIN“

  1. Ich finde es mal wieder faszinierend, wie „alte“ Herren davon sprechen, was junge Menschen angeblich so brauchen. Zunächst einmal brauchen sie vermutlich eine echte Kommunikation seitens der Menschen, die in ihrem Namen Entscheidungen treffen. Und nein, „wir haben alles in der Zeitung angekündigt und auf Facebook gepostet, wenn sie jetzt nicht auf uns zukommen sind sie selber schuld“ reicht nicht.

    Vielleicht träumen die jungen Menschen von der Möglichkeit, in Berlin zu studieren, um dann mit 30 nach Mühlacker zu kommen und hier in einem Coworking Space als freiberuflicher Ingeneur zu arbeiten? Oder 50% als Webdesigner im Homeoffice arbeiten und nebenher Selbstversorger sein? Zahlen, Daten, Fakten ersetzen kein Gespräch! Nicht einmal hier auf dieser Seite!

    Aber hier sind sie immerhin vollständig, verständlich und unpolemisch präsentiert, das ist sehr, sehr viel. Dickes Lob auch für diesen Artikel!

    1. Zum Thema Coworking Space, dass wir bei der Zukunftswerksatt vorgestellt hatten kam leider von der Generation 40+ nur ein völliges Desinteresse. Die Interessen von jungen Unternehmen werden in Mühlacker leider völlig vernachlässigt. Dann brauch man sich auch nicht wundern, wenn wir unsere Firmen nach Pforzheim, Stuttgart oder Karlsruhe verlegen. D

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