Eine kurze Geschichte der „Initiative für Lebensqualität Mühlacker“

Die „Initiative für Lebensqualität Mühlacker“ gibt es in ihrer jetzigen Zusammensetzung seit April 2015. Bis zu diesem Zeitpunkt stand allein das Gebiet Lug/Fuchsensteige nahe dem Ortsteil Lomersheim als mögliches Gewerbegebiet zur Debatte. Schon seit dem Jahr 2001 setzte sich die „Initiative für Lomersheim“ für den Erhalt der landwirtschaftlichen Flächen ein. Im Frühjahr 2015 brachten  Gemeinderat und Verwaltung eine weitere Fläche auf Gemarkung des Stadtteils Lienzingen ins Gespräch, sodass  nun nicht mehr vorrangig der Stadtteil Lomersheim von einer möglichen Industrieansiedlung betroffen wäre. In der „Initiative für Lomersheim“ hatten wir uns schon seit vielen Jahren mit den Auswirkungen des fortschreitenden Flächenverbrauches auseinandergesetzt. Die Ausweisung eines neuen Industriegebietes im geplanten Umfang  ist deshalb aus unserer Sicht auch an einem anderen Ort nicht in Ordnung. Es war für uns nun logisch, Verbündete in den anderen betroffenen Ortsteilen (Mühlhausen und Lienzingen) zu  suchen und dadurch zu verhindern, dass die Ortsteile gegeneinander ausgespielt würden. Die Aktiven der „Initiative für Lomersheim“ schlossen sich dann mit MitbürgerInnen aus der ganzen Stadt zur „Initiative für Lebensqualität Mühlacker“ zusammen.

Die „Initiative für Lomersheim“ gibt es seit Beginn der 90er Jahre. Ein Vorläufer davon war wiederum schon in den  80er Jahren aktiv gewesen. Damals war man schon erfolgreich gegen einen Verbindungsstraßenausbau („Fuchsensteige“), der dem Ort mehr Durchgangsverkehr beschert hätte, vorgegangen.  In den 90er-Jahren gab es etliche Aktionen betreffend Lomersheim. So setzte sich die Initiative z. B. für den Bau seniorengerechter Wohnungen ein, initiierte ein Kelterfest und einen Gedenkstein an der Burgruine Sternenfels im  Ort. Bei der Planung für den Ausbau einer weiteren Verbindungsstraße durch Waldgebiet kam es zur Petition  und die Planung musste abgespeckt werden. Im Jahr 2000 verhinderte die Initiative abermals einen Ausbau der „Fuchsensteige“, welcher plötzlich wieder in den Planungen auftauchte. Der „Initiative für Lomersheim“ ist es maßgeblich zu verdanken, dass die Planungen für das jetzt wieder diskutierte Industriegebiet fast 15 Jahre lang stagnierten.

Die Initiative für Lebensqualität hat einen harten Kern von ca. 15 Personen. Es gibt aber viele Unterstützerinnen, die im Bedarfsfall mobilisiert werden können. Die Besetzung der „Initiative für Lomersheim“ wechselte im Lauf der Jahre. Die meisten sind seit 2001 mit von der Partie.

Im Moment bleibt abzuwarten, ob sich der Gemeinderat bereit erklärt, die Pläne für das Industriegebiet für drei Jahre auf Eis zu legen. Davon hängt ab, wie es bei uns weitergeht. Die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Grenzen des Wachstums“ bleiben für uns auf jeden Fall wichtig. Ich vermute, dass einige von uns auch weiterhin aktiv bleiben und sich diesbezüglich auf kommunaler Ebene für einen Umdenkungsprozess einsetzen werden.

(Vielen Dank an Brigitte Dingler für diese Einblick in die Geschichte der Initiative.)

Wichtiger Termin für Lomersheim

Am Donnerstag, 1. Dezember, findet um 19 Uhr in der Turn- und Festhalle Lomersheim (Am Wässerle 9) eine Einwohnerversammlung statt.

Themenschwerpunkte sind das Neubaugebiet Obere Au, der Antrag auf Aufnahme ins Sanierungsprogramm des Landes – hier wird über den Stand des Verfahrens informiert – und der Hochwasserschutz. Darüber hinaus können, wie die Stadtverwaltung betont, weitere Themen angesprochen werden.

Städtische Kaffeesatzleserei nach Bürgerentscheid

Zwei Tage nach dem Bürgerentscheid zum Gewerbegebiet in Mühlacker üben sich die Verantwortlichen in Erklärungsversuchen. Knappe 1100 Stimmen Unterschied (entspricht über 40%) zwischen Ja- und Nein-Stimmen seien nicht aussagekräftig. Die Zuhausegebliebenen wären hauptsächlich Befürworter des Gewerbegebiets gewesen.
Das Sahnehäubchen aber war die Aussage von Oberbürgermeister Schneider. Für ihn war klar, dass sich die Bevölkerung nicht (!) gegen ein Gewerbegebiet entschieden habe. Vielmehr wäre es so, dass sich die Bürger von Lienzingen, Mühlhausen und Lomersheim jeweils gegen den Standort ausgesprochen, der sie betreffen würde.

Diese Behauptung ist aus mehreren Gründen falsch. Seine These erklärt nicht, warum die Nein-Stimmen auch in Mühlacker, Dürrmenz und Großglattbach die Mehrheit hatten. Selbst in Enzberg, was abseits von den potentiellen Standorten liegt, gab es kein Votum für ein Gewerbegebiet.

Zu behaupten, die Bevölkerung hätte sich jeweils nur gegen das Gewerbegebiet vor der eigenen Haustüre entschieden, ist pure Augenwischerei. Das wäre OB Schneider klar geworden, wenn er eine der zahlreichen Informationsveranstaltungen der Initiative für Lebensqualität besucht hatte. Hier waren sich alle einig, dass es nicht um die Frage geht, ob man das Gewerbegebiet vor der eigenen Haustür verhindert. In dieser Frage wollten sich die Mitglieder der Initiative nicht von der Stadt entzweien lassen. Für unsere Initiative war und ist das Ziel, die Vernichtung wertvoller Wald- und Ackerflächen grundsätzlich zu verhindern, einerlei ob es um den Standort Hart oder Lug/Fuchsensteige geht.

Bürgerentscheid ohne klaren Sieger

„Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor.“
Kaum etwas passt besser auf das Ergebnis des Mühlacker Bürgerentscheids, wie dieses klassische Zitat aus dem berühmten Faust-Monolog.

Die Urnen sind geleert, die Stimmen ausgezählt und auf den ersten Blick scheint das Ergebnis klar zu sein. 58,94% aller abgegebenen Stimmen entfielen auf „Nein“, nur 41,06% der abgegebenen Stimmen entfielen auf ein „Ja“ zum Gemeindegebiet. Klare Verhältnisse also? Mitnichten, denn zum nötigen Quorum von 20% fehlten den Gegnern eines neuen Gewerbegebiets 215 Stimmen.

Als am Sonntag Abend im Rathaus von Mühlacker das Ergebnis des erstens Bürgerentscheids feststand, blickte man vor allem bei den Befürwortern in viele ratlose Gesichter. Zwar wurde die Mindeststimmenzahl für ein Nein mit 18,9% knapp verfehlt, doch die restlichen Ergebnisse sprachen eine deutliche Sprache.

In nahezu allen Gemeinden hatten die Gegner des Gewerbegebiets die Oberhand, lediglich in Enzberg waren die Stimmenzahlen absolut ausgeglichen. In 15 von 16 Stimmbezirken lag das „Nein“ vorne. In den betroffenen Gemeinden Lienzingen, Lomersheim und Mühlhausen wurde das Quorum von 20% auch deutlich erreicht.

Die Tatsache, dass auch aufgrund der extrem schlechten Wahlbeteiligung die Mindeststimmenzahl knapp verfehlt wurde, stellt die Frage nach der Interpretation des Ausgangs und der Ursachenforschung für die Wahlmüdigkeit.

Wer die Schuld auf den desinteressierten Bürger schiebt, macht es sich zu einfach. Viele Mitbürger zogen am ersten Adventssonntag einen Glühwein auf dem heimeligen Weihnachtsmarkt der Stimmabgabe vor. In den letzten Wochen war aber auch zu spüren, dass sich Bürger trotz Hochglanzbroschüre und Infoveranstaltungen seitens der Stadt unzureichend informiert fühlten.

Noch wenige Tage vor dem Bürgerentscheid hörte man bei vielen Gesprächen, dass oftmals Wahlberechtigte nichts von der anstehenden Abstimmung wussten.

Dass es der Stadt nicht gelang, mehr Befürworter an die Urne zu bewegen, sollte zu denken geben. Denn eigentlich waren die Bedingungen ungleich verteilt. In der städtischen Broschüre und den Veranstaltungen kamen die Gegner wenig zu Wort. Vielfach wurden Ängste geschürt („Ohne Gewerbegebiet gehen hier die Lichter aus und die Firmen wandern ab!“). Aber die Panikmache verfing nicht. Das zeigte auch die letzte Infoveranstaltung, die vermutlich das Zünglein an der Waage des Wahlergebnisses war. Von manchen Gemeinderatsmitgliedern wurden die Gegner abschätzig als Quertreiber bezeichnet.

Dabei hätte es der Stadt zu denken geben sollen, dass die Veranstaltungen der „Initiative für Lebensqualität“ ausnahmslos gut besucht waren und durch kompetente Redner glänzen konnten, die die interessierten Bürger umfassend informierten und das Thema von vielen Seiten beleuchteten. Die Befürworterveranstaltungen erfuhren zumeist weniger Zuspruch. So gab es eine FDP-Veranstaltung, die drei Teilnehmer hatte, wovon einer der Teilnehmer ein Gegner des Gewerbegebiets war.

Wie ist nun das Ergebnis zu werten und welche Schlüsse zieht man daraus für ein weiteres Vorgehen?

In einer Stellungnahme sagte OB Schneider, die Differenz von gerade mal eben etwa 1000 Stimmen wäre nicht aussagekräftig. Hier irrt er in doppelter Hinsicht. Zum einen betrug der Unterschied 1097 Stimmen (also fast 1100), zum anderen beträgt der prozentuale Unterschied 43,6% (3615 Stimmen zu 2518). Das sollte er nicht kleinreden. Bei der Bundestagswahl 2002 hatte die SPD nur 0,03% mehr Stimmen, als die CDU/CSU und Schröder blieb Bundeskanzler.

Was wäre passiert, wenn die Gegner mit 3830 Stimmen das Quorum von 20% erreicht hätten, während die Befürworter 3829 Ja-Stimmen errungen hätten? Wäre ein solches Ergebnis aussagekräftiger???
Nein! Auch wenn die Gegner „nur“ 18,9 statt der erforderlichen 20% erzielt haben, so spricht die Eindeutigkeit in fast allen Stimmbezirken eine mehr als deutliche Sprache. Die Mehrzahl der Bürger möchte keine neuen Gewerbegebiete, Wahlbeteiligung hin oder her.

Inzwischen mehren sich in den Fraktionen die Stimmen, dass man das Ergebnis nicht ignorieren dürfe und dass das Thema wegen der Ablehnung mindestens drei Jahre ruhen sollte. Dem kann ich nur beipflichten. Den Verantwortlichen sollte die Eindeutigkeit der Ergebnisse zu denken geben und man sollte Ängste und Ablehnung ernst nehmen.

Dr. Jens Hanf von der FDP-Fraktion sagte in einer Stellungnahme sinngemäß: „Da das Quorum nicht erfüllt wurde, soll der Gemeinderat gegen die Mehrheit der Nein-Sager entscheiden“. Ich kann die Stadt nur warnen, diesem Vorschlag zu folgen. Eine solche Entscheidung gegen die Wahlergebnisse würde tiefe Gräben für viele Jahre reißen und das Vertrauen der Bürger in die Politik erschüttern.

Gelebte Demokratie in Lienzingen, Lomersheim & Mühlhausen

Wie verlief der Bürgerentscheid in den drei betroffenen Ortsteilen Lienzingen – Lomersheim – Mühlhausen?

Lienzingen, Lomersheim und Mühlhausen sind die drei Stadtteile von Mühlacker, die direkt von eventuellen neuen Gewerbegebieten betroffen sind.

> Erhöhter Verkehr durch PKW und vor allem LKW, was zu mehr Lärm und vermehrter Luftverschmutzung führt.

> Mögliche Emmissionen durch Betriebe, die sich dort ansiedeln.

> Flächenverbrauch zu Ungunsten der dort bereits ansässigen Landwirtschaft.

> Versiegelte Fläche verhindert das Versickern von Regenwasser.

Besonders der letzte Punkt ist für die Bürger Mühlhausens eine wirkliche Gefahr. Bereits jetzt ist dieser Stadtteil durch seine tiefe Lage an der Enz häufig von Hochwasser betroffen. Schon die Erschließung der Waldäcker hat zu einer Erhöhung der Hochwassergefahr geführt.

In allen drei Stadtteilen gab es die höchste Wahlbeteiligung, wodurch dreimal das Quorum erreicht wurde. Auch die Zahl der NEIN-Stimmen war in allen drei Orten erheblich höher.

  gültige Stimmen JA % NEIN %
Lienzingen 646 190 11,80% 456 28,20%
Lomersheim 710 214 9,50% 496 22,10%
Mühlhausen 418 100 11,80% 318 37,70%
 

Der Gemeinderat wäre gut beraten, diese Zahlen in seinen weiteren Debatten nicht aus den Augen zu lassen.

Ein Kleinreden, wie es vor allem von unserem OB gerade veranstaltet wird, ist nicht angemessen und zeugt von nicht vorhandener Beachtung der Menschen, die in diesem Gebieten leben und letztendlich direkt betroffen sind.

Klein halten war eh die Strategie der Stadt. Angefangen von der städtischen Broschüre zum Bürgerentscheid bis zu den „Aktivitäten“ der Stadt hat man den Eindruck, dass versucht wurde, so wenig wie möglich Aufmerksamkeit für den Bürgerentscheid zu bekommen. Die Broschüre kam optisch daher wie ein Tarnanzug. Nur nicht auffallen und gesehen werden. Wovon nichts bemerkt wird, geht auch keiner hin, wird auch das Quorum „hoffentlich“ nicht erreicht. In von uns geführten Gesprächen mit Bürgern aus Mühlacker, war auffällig, das viele von dem Bürgerentscheid noch nichts gehört hatten und erst von uns informiert worden waren.

Ein Lob und Dankeschön an die Bürger von Lienzingen, Lomersheim und Mühlacker, die sich aufgemacht haben Demokratie zu leben und so zahlreich zur Wahlurne geströmt sind.

Die weitere Entwicklung wird von der Initiative kritisch begleitet und betrachtet werden. Wir stehen weiter für ein lebenswertes Mühlacker und dafür bedarf es ein Ende des Wachstumswahn.

DANK an alle, die uns unterstützt haben!

Das Abstimmungsergebnis des Bürgerentscheides liegt nun vor:

Bei einer Wahlbeteiligung von leider nur 32,2% stimmten 13,2% aller Wahlberechtigten mit „Ja“ und 18,9% mit „Nein“. Das Quorum wurde von keiner Seite erreicht. Allerdings liegt die Anzahl der „Nein“ – Stimmen nur knapp unterhalb der erforderlichen 20%. Lediglich 40,9% der 6157 abgegebenen Stimmen lauteten „Ja“, dagegen 58,7% und damit eine eindeutige Mehrheit „Nein“.

Details zu den Ergebnissen finden Sie hier:

All denjenigen, die in den vergangenen Wochen dazu beigetragen haben, dass die guten Gründe für eine „Nein“ beim Bürgerentscheid weiterverbreitet wurden, sei an dieser Stelle herzlich gedankt!

Dieses Ergebnis gibt einen deutlichen Hinweis auf die vorherrschende Stimmung in der Bevölkerung. Es verdient besondere Beachtung, wenn man berücksichtigt, unter welch schwierigen Bedingungen wir für ein „Nein“ beim Bürgerentscheid warben: Wir wurden von keiner finanzkräftigen Lobby unterstützt; Die Werbung für ein Gewerbegebiet durchzog die vermeintlich neutrale Hochglanzbroschüre der Stadt wie ein roter Faden; Die einzige der fünf Gemeinderatsfraktionen, die uns unterstützte, war die LMU; Die Presse vermied es tunlichst, uns ein Podium zu bieten.

Die mehrheitliche Ablehnung eines neuen großen Gewerbegebiets darf von den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten nicht ignoriert werden! Sie sollten es als Auftrag sehen, ein Konzept für eine ressourcenschonende und nachhaltige Wirtschaftsförderung auf den Weg zu bringen.

Leserbriefe

Leserbrief von Frau Dr. Angelika Denzler an das Mühlacker Tagblatt mit der Bitte um Veröffentlichung

dsc_8496-jpg20160612_chrisginschel0009_bearbeitet-1

07. November 2016

Leserbrief Gewerbegebiet

Wir alle kennen die Erzählungen, wie die Städter 1945 mit Familiensilber und Perserteppich bei den Bauern ein Säckchen Kartoffeln und (mit Glück) zwei Eier eintauschten. Lang vergangene Zeiten? Das kommt nie wieder? Wir beziehen unser Essen doch aus der ganzen Welt? Dass die Zeiten so gut bleiben – darauf sollten wir uns nicht verlassen. 1983, als Argentinien die Schulden der Diktatur nicht zurückzahlen wollte, waren wir so nah an einer Wirtschafts- und Bankenkrise, dass es die Empfehlung gab, jeder solle sich ein Kartoffeläckerchen zulegen. Im Lauf der Ukrainekrise kamen solche Diskussionen wieder auf, und diese Krise ist noch nicht vorbei. Es gibt keinerlei Garantie, dass Deutschland Lebensmittel immer in genügender Anzahl wird importieren können. Trotzdem werden immer mehr Böden versiegelt. Deutschland kann sich inzwischen nicht mehr selber ernähren (vgl. Tagblatt 12.6.15). Was die Wasserversorgung angeht, so pflegen unsere Stadtwerke die stillgelegten Brunnen, damit sie in einem Notfall verfügbar sind. Bezüglich der Nahrungsmittelproduktion sollten ausreichend Ackerflächen gepflegt werden, um im Krisenfall Lebensmittel anbauen zu können. Hochwertige Böden zu besitzen ist ein so großes Glück, dass man diese Böden als Schatz und als Nahrungsgarantie hüten muss. Der Acker gibt uns ewig Nahrung. Gewerbegebiete kommen und ziehen weiter. Zurück bleibt „verbrannte Erde“, die nicht mehr zu regenerieren ist.

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Dr. med. Angelika Denzler

Haldenstr. 69

75417 Mühlacker

 

Leserbrief von  Herrn Dr. J. Bastian mit der Bitte um Veröffentlichung im Mühlacker Tagblatt, Pforzheimer Zeitung, Stadtblättle

karte

27. Oktober 2016

Es ist ja schon erstaunlich. Da wird eine Broschüre mit der Werbung für neue Gewerbeflächen an alle Haushalte verschickt,und….. da fehlt doch etwas. Vergeblich suche ich zwischen allen Argumenten für oder gegen die Ausweisung neuer Gewerbegebiete eine genaue Ortsbeschreibung, wo dieses neue Gewerbegebiet denn erschlossen werden soll. Bei anderen Maßnahmen, z.B. Änderungen im Bebauungsplan, findet man in den öffentlichen Bekanntmachungen der Lokalpresse Lagepläne, die so klein sind, dass man eine Lupe benötigt, um sie überhaupt lesen zu können. Bei der Ausweisung neuer Gewerbegebiete scheint das offenbar nicht nötig zu sein. Natürlich geht es in der für den 27.11. angesetzten Bürgerbeteilugung zunächst um die Entscheidung ja oder nein zu neuen Gewerbegebieten, aber was soll das, wenn  nicht so ortskundigen Bürgern die Information vorenthalten wird, wo ein solches neues Gewerbegebiet entstehen könnte. Eine zusätzliche Information mit aktuellem Lageplan und Foto der infrage kommenden Flächen hatte ich erwartet. Aber: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Dr. med. Johannes Bastian

Karl-Knöller-Str. 5/1

75417 Mühlacker

Sie haben die Wahl am 27.11.2016

Demokratie lebt durch Sie!

Sie haben die Möglichkeit, an einer für uns alle wichtigen Entscheidung beizutragen und für unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder die Weichen zu stellen, für eine lebenswerte Zukunft in einem lebenswerten Mühlacker. Helfen Sie mit, dass auch unsere Kinder noch Nahrung von heimatlichen Böden kaufen können und in einem natürlichen Landschaftsbild Erholung finden können.

Helfen Sie mit zu verhindern, dass eine Fläche, die 35 Fußballfeldern entspricht, für immer zubetoniert wird.

Link zum Flyer

Gehen Sie am 27. November 2016 zur Wahl und entscheiden Sie sich für den Erhalt wertvollsten Ackerbodens. Die nächste Generation wird sich glücklich schätzen.

Vielen Dank!

Pressemitteilung zur Veranstaltung am 14.10.2016 – Bürgerentscheid

Bürgerentscheid: Initiative für den Landschaftserhalt

Mühlacker (pm). Mehr als 50 interessierte Bürger aus Mühlacker und den Stadtteilen, darunter auch vom Verlust ihrer Anbauflächen direkt bedrohte Landwirte, trafen sich zu einem Informationsabend zum Bürgerentscheid. Bei diesem soll am 27.11.2016 über die Neuausweisung von 25 ha Industrie- und Gewerbeflächen abgestimmt werden. Ziel der Veranstaltung war es, einen Überblick über die Argumente für den Erhalt von Landschaft und Boden in Mühlacker zu geben und interessierten Bürgern die Möglichkeiten aufzuzeigen, dieses Anliegen zu unterstützen. Veranstalter war die Initiative für Lebensqualität Mühlacker, die gemeinsam mit der Liste Mensch und Umwelt (LMU) Mühlacker und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Mühlacker ein Aktionsbündnis für ein lebenswertes Mühlacker gebildet hat.

Es wurden die wesentlichen Argumente gegen großflächige neue Gewerbegebiete erläutert, wie der Erhalt wichtiger landwirtschaftlicher Flächen, der Schutz des unversiegelten Bodens mit seinen wichtigen Funktionen für Klima und Wasserhaushalt sowie der Erhalt des Lebensraumes für Tiere und Pflanzen. Direkte negative Auswirkungen für die Einwohner Mühlackers wären zusätzlicher Verkehr, Lärm und Emissionen und die Zerstörung des Landschaftsbildes. Daneben wurde auf die spezifischen Nachteile der potentiellen Standorte eingegangen. Die Gründe, die für neue Gewerbeausweisungen angeführt werden, wurden kritisch hinterfragt. So zeigt eine neutrale Untersuchung auf, dass es keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Erschließung von Gewerbeflächen im Außenbereich und einer Verbesserung der kommunalen Finanzen gibt.

dsc_1141-jpg20161014_chrisginschel0069_bearbeitet-1
Infoabend zum Bürgerentscheid in Mühlacker

Die Initiative wird die Bürger mit zahlreichen Aktionen zum Bürgerentscheid informieren. Viele der Veranstaltungsteilnehmer erklärten sich bereit, hier aktiv mitzuwirken. Auf der Webseite www.lebenswertes-muehlacker.de werden Interessierte mit Informationen versorgt. Die Veranstaltung regte lebhafte Diskussionen und starken Zuspruch für die Initiative an.

Zur Pressemitteilung PZ Online

 

 

Bodenatlas 2015

Bodenatlas 2015 – Welche Bedeutung hat Boden für die Menschen, welche Qualität habe unsere Böden und Agrarflächen? In diesem Atlas findet ihr viele Informationen zu diesem Thema.

Daten und Fakten über Acker, Land und Erde:

Kostenlos zum Runterladen auf der Seite des BUND:
https://www.bund.net/…/150108_bund_landwirtschaft_bodenatla…

bodenatlas_titel

Gewerbegebiete in Mühlacker – Bürgerentscheid

Braucht Mühlacker neue Gewerbegebiete?

Die Stadt sagt „Ja“ und verweist auf dringend benötigte Steuereinnahmen.

Doch immer mehr Bürger sagen „Nein“ zum geplanten Gewerbegebiet in Mühlacker.

Mühlacker besitzt Ackerboden von hoher Qualität. Durch die Bebauung würde dieser Boden unwiederbringlich verloren gehen. Von einer zusätzlichen Belastung durch Lärm, Verkehr und Umweltverschmutzung abgesehen können wir es uns nicht leisten, nachkommenden Generationen mit diesem wertvollen Boden ihre Zukunft zu nehmen.

Am 27. November findet ein Bürgerentscheid zum Gewerbegebiet in Mühlacker statt.

Kommen Sie zur Abstimmung und sorgen Sie mit Ihrer Stimme dafür, dass nicht noch mehr wertvoller Ackerboden für neue Gewerbegebiete geopfert wird.