Gewerbegebietsfläche im Vergleich mit Bretten und Vaihingen/Enz

Der Vergleich mit Bretten und Vaihingen/Enz

Gerne wird bei der Argumentation für neue Gewerbeflächen der Vergleich mit unseren ähnlich großen Nachbarstädten Bretten und Vaihingen/Enz herangezogen und dargestellt, dass dort ja in den letzten Jahren deutlich größere Gewerbegebiete ausgewiesen wurden als in Mühlacker.

Wenn man jedoch die Zahlen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (www.statistik.baden-wuerttemberg.de) ansieht, ergibt sich ein anderes Bild:

Mühlacker hat eine deutlich kleinere Gesamtfläche als Bretten und Vaihingen. Der prozentuale Anteil an Wohn-, Gewerbe- und Industriefläche an der Gesamtfläche der Stadt ist in Mühlacker bereits heute größer als in Bretten und Vaihingen!

Hier sind die Zahlen von 2015:

Mühlacker Bretten Vaihingen
Gesamt-Fläche in ha

5.432

7.111

7.342

Davon in %:
Wohnen

6,6

6,1

5,3

Gewerbe und Industrie

2,4

2,1

1,9

Verkehrsfläche

7,3

7,1

7,6

Landwirtschaft

48,0

50,5

57,1

Wald

29,3

30,2

22,4

Wenn man jetzt noch die Anzahl der Einwohner in die Betrachtung nimmt, sieht man, dass Mühlacker heute schon die meiste Gewerbe-/Industriefläche pro Einwohner hat:

Mühlacker Bretten Vaihingen
Einwohner

25.649

28.826

28.695

Gewerbe-/Industriefläche ha

131

147

138

Gewerbe-/Industriefläche in qm je Einwohner

51,1

51,0

48,1

Und dann sehen wir uns noch die Gewerbesteuereinnahmen an. Diese scheinen in keinem Verhältnis zur Gewerbe-/Industriefläche zu stehen. In Bretten sind sie mehr als doppelt so hoch wie in Mühlacker, in Vaihingen (trotz absolut größerer Gewerbe-/Industriefläche als Mühlacker) niedriger!

Mühlacker Bretten Vaihingen
Gewerbesteuer 2014 in €

8.381.814

17.676.639

7.484.914

Gewerbesteuer je ha Gewerbe-/ Industriefläche

63.983

120.249

54.238

Vom verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen

Im unlängst verteilten Flyer des GHV, mit welchem der Bürgerschaft die Segnungen eines neuen, zusätzlichen Gewerbegebietes schmackhaft gemacht werden sollen, kommt auch der Geschäftsführer der Münch-AG, Herr Schüle u.a. mit folgender Aussage zu Wort: „2008 konnten wir erfolgreich in die Waldäcker aussiedeln, am alten Industriestandort in der Goldshalde wurde innerstädtisches Wohnen realisiert. Heute gibt es keine freien Flächen in den Waldäcker mehr.“

Richtig ist, dass der Wegzug dieser Firma tatsächlich in der Stadtmitte wertvolle Fläche frei gemacht hat, die bereits mit Doppel- und Reihenhäusern bebaut worden sind. Wäre es nur überall so gewesen, wo einst innerstädtische Betriebe auf die Waldäcker umgesiedelt sind. Leider ist die Münch-AG in dieser Beziehung beinahe ein rühmlicher Ausnahmefall.

Dennoch: Hätte man konsequent darauf gedrängt, dass die Wäldäckerfirmen ihre Mitarbeiterparkplätze, wo immer diese machbar gewesen wäre, als Parkdeck unter oder auf den neuen Hallen anlegen, dann hätte es heute noch jede Menge Platz für weitere Ansiedlungen. Denn da kommen ganz ordentliche Flächeanteile bei raus!

Vielleicht gelingt es ja der Stadt bei künftigen Gewerbegebieten genau darauf mehr Wert zu legen. Das spart Fläche (auch für die Bauwilligen). Fläche, die sie nicht erwerben müssen. Dies sollte zumindest zu einem großen Teil die Mehrkosten für die Parkdecks kompensieren helfen.

Oder gar für ein oder zwei zentral gelegene Parkhäuser für mehrere Betriebe bei Umlage der Kosten.

Die Zukunft Mühlackers hängt davon ab, dass die Stadt den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen lernt und nicht weiter wertvolle Ressourcen vergeudet.

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Leserbriefe

Leserbrief von Frau Dr. Angelika Denzler an das Mühlacker Tagblatt mit der Bitte um Veröffentlichung

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07. November 2016

Leserbrief Gewerbegebiet

Wir alle kennen die Erzählungen, wie die Städter 1945 mit Familiensilber und Perserteppich bei den Bauern ein Säckchen Kartoffeln und (mit Glück) zwei Eier eintauschten. Lang vergangene Zeiten? Das kommt nie wieder? Wir beziehen unser Essen doch aus der ganzen Welt? Dass die Zeiten so gut bleiben – darauf sollten wir uns nicht verlassen. 1983, als Argentinien die Schulden der Diktatur nicht zurückzahlen wollte, waren wir so nah an einer Wirtschafts- und Bankenkrise, dass es die Empfehlung gab, jeder solle sich ein Kartoffeläckerchen zulegen. Im Lauf der Ukrainekrise kamen solche Diskussionen wieder auf, und diese Krise ist noch nicht vorbei. Es gibt keinerlei Garantie, dass Deutschland Lebensmittel immer in genügender Anzahl wird importieren können. Trotzdem werden immer mehr Böden versiegelt. Deutschland kann sich inzwischen nicht mehr selber ernähren (vgl. Tagblatt 12.6.15). Was die Wasserversorgung angeht, so pflegen unsere Stadtwerke die stillgelegten Brunnen, damit sie in einem Notfall verfügbar sind. Bezüglich der Nahrungsmittelproduktion sollten ausreichend Ackerflächen gepflegt werden, um im Krisenfall Lebensmittel anbauen zu können. Hochwertige Böden zu besitzen ist ein so großes Glück, dass man diese Böden als Schatz und als Nahrungsgarantie hüten muss. Der Acker gibt uns ewig Nahrung. Gewerbegebiete kommen und ziehen weiter. Zurück bleibt „verbrannte Erde“, die nicht mehr zu regenerieren ist.

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Dr. med. Angelika Denzler

Haldenstr. 69

75417 Mühlacker

 

Leserbrief von  Herrn Dr. J. Bastian mit der Bitte um Veröffentlichung im Mühlacker Tagblatt, Pforzheimer Zeitung, Stadtblättle

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27. Oktober 2016

Es ist ja schon erstaunlich. Da wird eine Broschüre mit der Werbung für neue Gewerbeflächen an alle Haushalte verschickt,und….. da fehlt doch etwas. Vergeblich suche ich zwischen allen Argumenten für oder gegen die Ausweisung neuer Gewerbegebiete eine genaue Ortsbeschreibung, wo dieses neue Gewerbegebiet denn erschlossen werden soll. Bei anderen Maßnahmen, z.B. Änderungen im Bebauungsplan, findet man in den öffentlichen Bekanntmachungen der Lokalpresse Lagepläne, die so klein sind, dass man eine Lupe benötigt, um sie überhaupt lesen zu können. Bei der Ausweisung neuer Gewerbegebiete scheint das offenbar nicht nötig zu sein. Natürlich geht es in der für den 27.11. angesetzten Bürgerbeteilugung zunächst um die Entscheidung ja oder nein zu neuen Gewerbegebieten, aber was soll das, wenn  nicht so ortskundigen Bürgern die Information vorenthalten wird, wo ein solches neues Gewerbegebiet entstehen könnte. Eine zusätzliche Information mit aktuellem Lageplan und Foto der infrage kommenden Flächen hatte ich erwartet. Aber: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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Dr. med. Johannes Bastian

Karl-Knöller-Str. 5/1

75417 Mühlacker

Da wird uns was vorgemacht!

GEWERBESTEUEREINNAHMEN

Es ist nicht belegt, dass sich die Erschließung von Gewerbegebieten im Außenbereich positiv auf die kommunalen Einnahmen auswirkt.
Die Gewerbesteuer ist krisenabhängig und schwankt von Jahr zu Jahr.

Stadt Mühlacker:
Die Gewerbesteuer schwankt stark, während die Einkommensteuer relativ stabil ist.
2016 machen von der Stadt eingenommene Steuern lediglich 20% der Einnahmen des Verwaltungshaushaltes aus.
Trotz Gewerbegebietsausweisungen in der Vergangenheit hat sich der Schuldenstand der Stadt Mühlacker erhöht.

Das bestehende Gewerbegebiet „Waldäcker“:
Trotz der Erschließung sind die Gewerbesteuereinnahmen bis heute nicht wesentlich gestiegen.
Den Nachweis der Wirtschaftlichkeit des bestehenden Gewerbegebiets „Waldäcker“ hat die Stadtverwaltung nie erbracht.
Es ist nicht nachgewiesen, dass eine Gewerbegebietsausweisung tatsächlich positive Folgen für den städtischen Haushalt hat.

Die Behauptung, ohne ein neues, großflächiges Gewerbegebiet würde Mühlacker in finanzielle Schwierigkeiten mit direkten Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger kommen, kann nicht belegt werden.

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Gewerbegebiete im Außenbereich bringen keine Verbesserung der kommunalen Finanzen!

Das Deutsche Institut für Urbanistik in Berlin ist das größte unabhängige Institut für Stadtforschung im deutschsprachigen Raum. Es veröffentlichte eine Studie „Neue Baugebiete: Gewinn oder Verlust für die Gemeindekasse?“, die eine Modellrechnung zur fiskalischen Rentabilität von Baugebietsausweisungen beinhaltete.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse dieser Modellrechnung:

  • Bei einer Erschließung von Gewerbegebieten im Außenbereich der Gemeinden ist der Saldo der Erträge und Kosten negativ!
  • Erschließungsmaßnahmen, die nur mit dem Umzug von Betrieben innerhalb der Gemeinde belegt werden, lassen wenig bis keine fiskalische Rentabilität erwarten!

Das Argument, dass mit einer Neuausweisung von 25 ha Gewerbefläche die finanzielle Situation der Stadt Mühlacker verbessert wird, ist damit eindeutig widerlegt! Im Umkehrschluss sind auch keine finanziellen Schwierigkeiten zu erwarten, wenn die Neuausweisung nicht erfolgt.

Eine Zusammenfassung der Studie ist hier zu finden:

⇒ Warum ist die Stadt nicht bereit, trotz diverser Anfragen auch von Seiten der Gemeinderäte, sich zur Rentabilität der „Waldäcker“ zu äußern?

⇒ Warum verschanzt sich die Stadt in dieser Frage hinter dem Steuergeheimnis?

⇒ Wenn die „Waldäcker“ profitabel wären und nennenswerte Einnahmen in den Stadtsäckel spülen würden, wäre das doch das Argument für ein weiteres Gewerbegebiet, oder??????

⇒ Eine Antwort darauf kann sich jeder selber geben, oder?

Sie haben die Wahl am 27.11.2016

Demokratie lebt durch Sie!

Sie haben die Möglichkeit, an einer für uns alle wichtigen Entscheidung beizutragen und für unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder die Weichen zu stellen, für eine lebenswerte Zukunft in einem lebenswerten Mühlacker. Helfen Sie mit, dass auch unsere Kinder noch Nahrung von heimatlichen Böden kaufen können und in einem natürlichen Landschaftsbild Erholung finden können.

Helfen Sie mit zu verhindern, dass eine Fläche, die 35 Fußballfeldern entspricht, für immer zubetoniert wird.

Link zum Flyer

Gehen Sie am 27. November 2016 zur Wahl und entscheiden Sie sich für den Erhalt wertvollsten Ackerbodens. Die nächste Generation wird sich glücklich schätzen.

Vielen Dank!

TERMINE

26. Oktober 2016 Offene Mitgliederversammlung der CDU zum Bürgerentscheid, zu dem die Bevölkerung eingeladen ist.                           ⊗ Ort: Restaurant Krauth, Wiernsheimer Str. 66, Dürrmenz                                ⊗ Zeit: 19:30 Uhr                                                                                                                             http://www.cdu-muehlacker.de/cdu/themen/meldungen/OeMV-.php

09.November 2016 ⇒  Infostand der „Initiative für ein lebenswertes Mühlacker“ zum Bürgerentscheid am 27. November 2016                           ⊗ Ort: Mühlacker an der Drehscheibe                                                              ⊗ Zeit: 11:oo bis 17:30 Uhr

09. November 2016 (Mittwoch) ⇒  Info-Veranstaltung der Stadt Mühlacker zum Bürgerentscheid                                                                      ⊗ Ort: Uhlandbau, Uhlandstr. 7                                                                        ⊗ Zeit: 19:00 Uhr

http://www.muehlacker.de/stadt/veranstaltungen/termine/8652686447.php                                                                                                        

19 .November 2016 (Samstag) ⇒ Infostand der „Initiative für ein lebenswertes Mühlacker“ zum Bürgerentscheid am 27. November 2016                                                                                                                                  ⊗ Ort: Mühlacker an der Drehscheibe                                                            ⊗ Zeit: 09:oo bis 12:00 Uhr

24 .November 2016 (Donnerstag) ⇒  Infostand der „Initiative für ein lebenswertes Mühlacker                                                                                     ⊗ Ort: Mühlacker an der Drehscheibe                                                               ⊗ Zeit: 12:oo bis 15:00 Uhr

01. Dezember 2016 (Donnerstag): Einwohnerversammlung Lomersheim

⊗ Ort: Turn- und Festhalle Lomersheim, Am Wässerle 9                            ⊗ Zeit: 19 Uhr

 

 

 

 

 

 

NEIN zur Hart – NEIN zu Lug/Fuchsensteige – NEIN zu Biegeläcker

Diese Gebiete sind bedroht, wenn die Stadt von den Bürgern die Legitimation bekommt, zwei wertvolle landwirtschaftliche Nutzgebiete mit Beton zu versiegeln, um dort Gewerbegebiete zu etablieren.

Zum einen geht es um das Gebiet HART an der B35:

 

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Was spricht gegen den Standort Hart:

Der Landesentwicklungsplan 2002 sieht vor: Für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung gut geeignete Böden und Standorte, die eine ökonomisch und ökologisch effiziente Produktion ermöglichen, sollen als zentrale Produktionsgrundlagen geschont werden. Sie dürfen nur in unabweisbar notwendigem Umfang für andere Nutzungen vorgesehen werden. Die Bodengüte ist dauerhaft zu bewahren.
Immissionsschutz Gewerbe: Geringer Abstand zum nördlich gelegenen Wohngebiet „Gaiern-Neuwiesen“; zur Vermeidung von Beeinträchtigungen ist die Ertüchtigung des bestehenden Lärmschutzwalls erforderlich. Voraussichtlich ist eine Zonierung des Gebiets erforderlich, um bei stark emittierenden Betrieben einen hinreichenden Abstand zur Wohnbebauung zu gewährleisten.
Immissionsschutz Verkehr: Erhöhter LKW-Verkehr führt zu einer geringfügig stärkeren Belastung der an der B10 und B35 gelegenen Wohngebiete.
Landwirtschaft: Beeinträchtigung landwirtschaftlicher Belange, im Verhältnis zu Lug-Osttangente und Biegeläcker aber deutlich geringere Bodengüte.

Landschaftsbild: Der Bereich zwischen B 35 und den an das Gebiet angrenzenden Waldflächen ist bis jetzt nur durch die am Waldrand und entlang der L 1134 gelegenen Kleingärten in Teilen beeinträchtigt. Abwechslungsreiche, kleinflächige landwirtschaftliche Nutzungen prägen diesen Landschaftsteil. Die Beeinträchtigungen sind hoch.
Artenschutz: Mittleres Konfliktpotenzial. Es sind mehrere Offenlandarten betroffen (Feldlerche, Zauneidechse…).
Wasserhaushalt: Die angepasste Vegetation zeigt in weiten Teilen des Gebietes einen hohen Grundwasserstand an. Eine Bebauung greift voraussichtlich in das Grundwasserregime ein.
Klima: Bedingt durch die Tallage des feuchten Standorts werden die Auswirkungen auf die kleinklimatischen Verhältnisse als hoch eingestuft. Kaltluftabfluss erfolgt nach Osten, deshalb keine bis geringe kleinklimatischen Auswirkungen auf Siedlungen. Die Feuchtwiesen sind stark CO2-bindend. Die Auswirkungen auf das Klima sind diesbezüglich hoch.
Boden: irreversibler, nicht ausgleichbarer Eingriff in das nicht vermehrbare Schutzgut Boden.

Zum anderen geht es um das Gebiet Lug/ Fuchsensteige und Biegeläcker an der B10:

Lug/Fuchsensteige
Lug/Fuchsensteige
Biegeläcker
Biegeläcker

Übergeordnete Planungen: Landesentwicklungsplan 2002: Für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung gut geeignete Böden und Standorte, die eine ökonomisch und ökologisch effiziente Produktion ermöglichen, sollen als zentrale Produktionsgrundlagen geschont werden. Sie dürfen nur in unabweisbar notwendigem Umfang für andere Nutzungen vorgesehen werden. Die Bodengüte ist dauerhaft zu bewahren.
Regionalplan 2015 Nordschwarzwald: aus Regionalem Grünzug ausgespart aufgrund in Aussicht genommener Planung der Stadt. Teilregionalplan Landwirtschaft: Vorbehaltsgebiet Bodenschutz.
Wasserhaushalt: Die Flächenalternative Lug/Fuchsensteige liegt im abgegrenzten Wasserschutzgebiet der Gemeinde Illingen. Wesentliche Einschränkungen sind dennoch nicht zu erwarten.
Immissionsschutz Verkehr: Erhöhter LKW-Verkehr führt zu einer geringfügig stärkeren Belastung der an der B10 gelegenen Wohngebiete.
Landwirtschaft: Das ackerbaulich genutzte Gebiet besitzt beste Böden. Im Hinblick auf die regionale, überregionale und sogar globale Entwicklung (steigender Bedarf an Nahrungs- und Energiepflanzen einerseits, Verlust fruchtbarer Böden andererseits) ist die Beeinträchtigung sehr hoch.

Landschaftsbild: Das Landschaftsbild des südlich der B 10 gelegenen Gebiets ist bisher völlig unbeeinträchtigt. Der prägnante Blick über die Hügelkette hinweg Richtung Plattenwald wäre erheblich gestört. Durch die exponierte Lage ist diese Fläche auf große Distanz einsehbar. Im Zusammenhang mit den „Waldäckern“ nördlich der B 10 würde sich ein großflächiges Gewerbegebiet ausbilden. Die Beeinträchtigungen für das Landschaftsbild sind sehr hoch.
Artenschutz: Mittleres Konfliktpotenzial. Es sind mehrere Offenlandarten (Feldlerche…) betroffen.
Klima: Die Ackerflächen südlich des Krankenhauses stellen bedeutsame Kaltluftentstehungs- und -transportflächen dar. Negative Auswirkungen auf das lokale Siedlungsklima sind dennoch nicht zu erwarten, da die Transportflächen keine direkte Verbindung zu Siedlungen haben. Von einer lufthygienischen Beeinträchtigung von Lomersheim oder der Kernstadt ist ebenfalls nicht auszugehen, da der Standort auf der Hochfläche einerseits einen guten Luftaustausch gewährleistet und andererseits der Hangabfluss (nach Süden) nicht relevant für den Siedlungsbereich Lomersheim ist.
Boden: irreversibler, nicht ausgleichbarer Eingriff in das nicht vermehrbare Schutzgut Boden. Schädigung von Böden mit besonders hochwertiger Bodenfunktion (Fruchtbarkeit, Pufferfähigkeit,…)

Im Hinblick auch auf künftige Generationen wollen wir:

⇒  mehr Lärm  ⇒  NEIN

⇒  das Landschaftsbild dauerhaft zerstören  ⇒  NEIN

⇒  unser Grundwasserregime gefährden  ⇒  NEIN

⇒  negativ in die Entwicklung unseres Klimas hier eingreifen  ⇒  NEIN

⇒  wichtige Tier- + Pflanzenarten dieses Ökosystems vertreiben  ⇒  NEIN

⇒  für unsere Ernährung notwendigen Boden vernichten  ⇒  NEIN

Deshalb NEIN zu neuen Gewerbegebieten am 27. November 2016

 

 

Wir brauchen Fläche für die Landwirtschaft

… und die existieren bereits!!!

Landwirtschaft ist wichtig!

Bei den Gebieten Hart und Lug-Fuchsensteige/Biegeläcker handelt es sich um Produktionsflächen, nämlich um landwirtschaftliche Produktionsflächen, die wir nächsten Generationen nicht nehmen dürfen. Boden ist endlich und nicht replizierbar. Einmal zubetoniert ist der Boden zum Nahrungsgewinn endgültig verloren. Wollen wir unseren Kindern die Ernährungsgrundlage nehmen?

NEIN – soweit darf es nicht kommen!

Der Verlust landwirtschaftlicher Flächen in den letzten Jahrzehnten ist enorm:
1979 – 2013: 25.000 ha in Baden-Württemberg
1999 – 2010: 2.500 ha im Regionalverband Nordschwarzwald
Schon heute ist mit den vorhandenen Flächen die Ernährung unserer Bevölkerung im Krisenfall nicht mehr gewährleistet.
Unsere Bauern brauchen landwirtschaftliche Flächen als ihre Existenzgrundlage. Hier stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Wir wollen auch in Zukunft regional erzeugte Lebensmittel essen.

 

Biegeläcker
Biegeläcker

Boden ist wertvoll!

Unversiegelte Böden sind wertvoll:
Sie dienen dem Klimaschutz, denn sie speichern mehr CO² als alle Wälder gemeinsam.
Sie speichern und filtern Wasser.
Sie ernähren unsere Bevölkerung und sind damit ein wichtiger Beitrag zur Daseinsvorsorge.

Boden wird knapp:
Weltweit steigt die Nachfrage. Verknappung und Umwelteinflüsse gefährden die Produktion von Nahrungsmitteln.
Um die Weltbevölkerung zu ernähren, werden im Jahr 2050 etwa 60 Prozent mehr Lebensmittel benötigt als heute.

Flächenverbrauch:
Täglich werden in Baden-Württemberg 5,2 ha freie Flächen überbaut.
Dies entspricht 2700 Fußballfeldern jährlich.
Durch Ausgleichsmaßnahmen lässt sich die auf wertvollen Ackerflächen mögliche Nahrungsproduktion nicht ersetzen.

Die Schonung der Ressource „Boden“ für die nachfolgenden Generationen ist wichtig, sie muss uns eine Verpflichtung sein!

Deshalb sagen wir NEIN zu neuen Gewerbegebieten in Mühlacker.

Lug-Fuchsensteige
Lug-Fuchsensteige

27. November 2016 – Bürgerentscheid in Mühlacker

NEIN zu neuen Gewerbegebieten – JA zu einem lebenswerten Mühlacker!

Pressemitteilung zur Veranstaltung am 14.10.2016 – Bürgerentscheid

Bürgerentscheid: Initiative für den Landschaftserhalt

Mühlacker (pm). Mehr als 50 interessierte Bürger aus Mühlacker und den Stadtteilen, darunter auch vom Verlust ihrer Anbauflächen direkt bedrohte Landwirte, trafen sich zu einem Informationsabend zum Bürgerentscheid. Bei diesem soll am 27.11.2016 über die Neuausweisung von 25 ha Industrie- und Gewerbeflächen abgestimmt werden. Ziel der Veranstaltung war es, einen Überblick über die Argumente für den Erhalt von Landschaft und Boden in Mühlacker zu geben und interessierten Bürgern die Möglichkeiten aufzuzeigen, dieses Anliegen zu unterstützen. Veranstalter war die Initiative für Lebensqualität Mühlacker, die gemeinsam mit der Liste Mensch und Umwelt (LMU) Mühlacker und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Mühlacker ein Aktionsbündnis für ein lebenswertes Mühlacker gebildet hat.

Es wurden die wesentlichen Argumente gegen großflächige neue Gewerbegebiete erläutert, wie der Erhalt wichtiger landwirtschaftlicher Flächen, der Schutz des unversiegelten Bodens mit seinen wichtigen Funktionen für Klima und Wasserhaushalt sowie der Erhalt des Lebensraumes für Tiere und Pflanzen. Direkte negative Auswirkungen für die Einwohner Mühlackers wären zusätzlicher Verkehr, Lärm und Emissionen und die Zerstörung des Landschaftsbildes. Daneben wurde auf die spezifischen Nachteile der potentiellen Standorte eingegangen. Die Gründe, die für neue Gewerbeausweisungen angeführt werden, wurden kritisch hinterfragt. So zeigt eine neutrale Untersuchung auf, dass es keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Erschließung von Gewerbeflächen im Außenbereich und einer Verbesserung der kommunalen Finanzen gibt.

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Infoabend zum Bürgerentscheid in Mühlacker

Die Initiative wird die Bürger mit zahlreichen Aktionen zum Bürgerentscheid informieren. Viele der Veranstaltungsteilnehmer erklärten sich bereit, hier aktiv mitzuwirken. Auf der Webseite www.lebenswertes-muehlacker.de werden Interessierte mit Informationen versorgt. Die Veranstaltung regte lebhafte Diskussionen und starken Zuspruch für die Initiative an.

Zur Pressemitteilung PZ Online

 

 

Bodenatlas 2015

Bodenatlas 2015 – Welche Bedeutung hat Boden für die Menschen, welche Qualität habe unsere Böden und Agrarflächen? In diesem Atlas findet ihr viele Informationen zu diesem Thema.

Daten und Fakten über Acker, Land und Erde:

Kostenlos zum Runterladen auf der Seite des BUND:
https://www.bund.net/…/150108_bund_landwirtschaft_bodenatla…

bodenatlas_titel

Gewerbegebiete in Mühlacker – Bürgerentscheid

Braucht Mühlacker neue Gewerbegebiete?

Die Stadt sagt „Ja“ und verweist auf dringend benötigte Steuereinnahmen.

Doch immer mehr Bürger sagen „Nein“ zum geplanten Gewerbegebiet in Mühlacker.

Mühlacker besitzt Ackerboden von hoher Qualität. Durch die Bebauung würde dieser Boden unwiederbringlich verloren gehen. Von einer zusätzlichen Belastung durch Lärm, Verkehr und Umweltverschmutzung abgesehen können wir es uns nicht leisten, nachkommenden Generationen mit diesem wertvollen Boden ihre Zukunft zu nehmen.

Am 27. November findet ein Bürgerentscheid zum Gewerbegebiet in Mühlacker statt.

Kommen Sie zur Abstimmung und sorgen Sie mit Ihrer Stimme dafür, dass nicht noch mehr wertvoller Ackerboden für neue Gewerbegebiete geopfert wird.